Bürgeraktion   Pro Kultur e.V. Emmerich am Rhein


Peter Hinze mit Führungsteilnehmern
(Foto: Pro Kultur )

Pressestimmen zum Jüdischen Kulturraum

Zwei öffentliche Führungen im Jüdischen Kulturraum bei den Kreis Klever KulTourtagen

Emmerich. An den Kreis Klever KulTourtagen 2026 beteiligte sich die Bürgeraktion Pro Kultur Emmerich mit zwei Führungen durch den Jüdischen Kulturraum im PAN.
Dabei bestanden Brita Buckermann und Peter Hinze ihre Feuertaufe. Sie hatten zum ersten Male die Einrichtung präsentiert, die die jüdische Geschichte in Emmerich auf 40 Quadratmetern präsentiert.
Buckermann gab Einblicke in die religiösen Riten des Judentums und erzählte interessante Geschichten zu einigen Fest- und Gedenktagen. ...
Peter Hinze legte den Schwerpunkt auf die jüdische Geschichte Emmerichs und erläuterte anschaulich das Schicksal der jüdischen Familien Gompertz sowie Felix und Georg Nathan.
Beide Veranstaltungen waren gut besucht.












v.l. Brita Buckermann, Peter Hinze, Irene Möllenbeck

Pro Kultur mit öffentlichen Führungen bei Kreis Klever KulTourtagen

Emmerich. Die Bürgeraktion Pro Kultur konnte dank zahlreicher Unterstützer 2019 den Jüdischen Kulturraum im Museum PAN eröffnen, der bis heute ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Kleve hat. Ein wichtiger Programmpunkt sind die regelmäßigen Führungen durch den Jüdischen Kulturraum. Irene Möllenbeck, Vorsitzende von Pro Kultur, freut sich nun zwei neue Aktive in den Reihen von Pro Kultur vorstellen zu können. Der vormalige Bürgermeister Peter Hinze, hatte seiner Zeit bereits die Entstehung und Einrichtung des Jüdischen Kulturraums im PAN eng begleitet und unterstützt. Jetzt hat er sich intensiv in die jüdische Geschichte der Stadt eingearbeitet und wird zukünftig Führungen im Jüdischen Kulturraum übernehmen. „„Es darf nicht vergessen werden, dass jüdisches Leben einst ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens in unserer Stadtgesellschaft war“, so Peter Hinze.

Die zweite im Bunde ist Brita Buckermann. Sie kann auf ein langjähriges ehrenamtliches Engagement schauen und hat großes Interesse an Geschichte. Sie hat sich ebenfalls intensiv in die jüdische Geschichte eingearbeitet und wird nun Führungen im Jüdischen Kulturraum durchführen. Für sie steht fest: „„Geschichte darf nicht vergessen werden.“

Peter Hinze wird in deutscher und niederländischer Sprache führen. ... Brita Buckermann wird in deutscher und englischer Sprache führen. „„Wir freuen uns sehr, dass mit dem Einsatz der beiden, das Führungsprogramm erweitert werden kann“, so Möllenbeck. Mit diesem Angebot wird Pro Kultur nun über die Grenze aktiv und auch im niederländischen Grenzgebiet die Werbetrommel rühren. Neben öffentlichen Führungen werden nach vorheriger Anmeldung auch private Gruppenführungen im Jüdischen Kulturraum durchgeführt.

Ihren ersten Einsatz werden Peter Hinze und Brita Buckermann im Rahmen der Kreis Klever KulTourtage im Jüdischen Kulturraum im Museum PAN haben. Brita Buckermann wird am Samstag, 16. Mai um 15 Uhr die öffentliche Themenführung übernehmen. Peter Hinze führt am Sonntag, 17. Mai um 15 Uhr durch den Kulturraum. Zu diesen Führungen sind alle interessierten eingeladen. Es ist keine Anmeldung erforderlich und der Eintritt ist frei.

Mit diesen beiden öffentlichen Themenführungen sowie der dialogischen Lesung „„Jenny Aloni“ beteiligt sich die Bürgeraktion Pro Kultur auch am ersten bundesweiten Aktionstag „„Zusammenhalt in Vielfalt“. „„Denn die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen und bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie“, so Irene Möllenbeck. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen sind unter www.pro-kultur-emmerich erhältlich.



George Nathan: "Hitler hat nicht gewonnen"
(©Berliner Morgenpost)






Nachlass Ruth Taubs im Jüdischen Kulturraum









v.l.: Pro Kultur Vorsitzende Irene Möllenbeck, Norbert Kohnen und Herbert Kleipaß, Vorsitzender des Emmericher Geschichtsvereins und Leiter des Rheinmuseums, mit den Exponaten.






v.l.: Ted Nathan, Bürgermeister Peter Hinze, Irene Möllenbeck, Elisabeth Schüürman, Rabbiner David Geballe, Barbara Nathan, George Nathan, Dr. Jürgen Rolle – bei der Eröffnungsfeier

"Hitler hat nicht gewonnen": Warum ein US-Jude nun Deutscher ist



Berliner Morgenpost, 15.09.2025
Christian Unger (Redakteur)


Berlin. In den USA wächst der Hass auf Juden. Menschen wie George Nathan besorgt das sehr. Doch er hat einen Plan B. Und der hat mit Deutschland zu tun. ...
Es gibt dieses Foto von Georg Nathan. Schwarz-weiß, handschriftlich ist unten notiert: „Emmericher an der Westfront, Ostern 1916“, Erster Weltkrieg. Es sind Soldaten der deutschen Armee aus der Stadt am Rhein. Alle in Uniform, zugeknöpft bis zum Kragen. Fast alle tragen Schnauzbart, manche Schirmmütze, andere Krätzchen, die Militärkappe im preußischen Kaiserreich.







Neuer Blickfang im Jüdischen Kulturraum



N.Kohnen,April 2025


Emmerich. Der Jüdische Kulturraum im PAN ist um einen Blickfang reicher. Es handelt sich um einige Exponate aus dem Nachlass von Ruth Taub, die 1921 geboren wurde und 2004 in New York gestorben ist. Ruth Taub wuchs in Emmerich auf und emigrierte im Frühjahr 1939 vor den Nazis in die USA. ...
In einer Vitrine ausgestellt sind eine Puppe aus den 20er Jahren, ein Poesiealbum sowie ein Foto der kleinen Ruth mit ihrem Lieblingshund. Die Objekte hatte das Rheinmuseum der Bürgeraktion Pro Kultur e.V Emmerich für den Jüdischen Kulturraum überlassen.







Übergabe einiger Kindheitserinnungen Ruth Taubs an den Jüdischen Kulturraum



N.Kohnen,Dezember 2024

Emmerich. Irene Möllenbeck, Vorsitzende der Bürgeraktion Pro Kultur, war beim Durchblättern des Poesiealbums von Ruth N. Taub tief bewegt. „„Das sind zum Teil unter die Haut gehende Einträge“, sagte sie bei der Übergabe einiger Kindheitserinnerungen von Ruth N. Taub vom Rheinmuseum an den Jüdischen Kulturraum.
Die 1921 geborene Ruth Taub, geborene Nathan, konnte 1939 vor dem Nazi-Terror in die USA fliehen. Die Exponate, neben dem Poesiealbum eine 55 cm hohe Puppe und eine Schwarz-Weiß-Aufnahme mit Ruth und Hund „„Pietje“ hatte Ruth Taub kurz vor ihrem Tod im Juni 2004 dem „„Jüdischen Museum in Emmerich“ geschenkt, das es aber gar nicht gab. Das Paket des Nachlassverwalters aus den USA landete bei Herbert Kleipaß im Rheinmuseum. ... Die Puppe war durch den Transport arg ramponiert. „„Der Kopf der Puppe war zerbröselt“, erinnert sich Kleipaß. Er ließ die Puppe bei einem Puppendoktor reparieren und präsentierte die Gegenstände seit 2005 in der stadtgeschichtlichen Abteilung des Rheinmuseum. Nachdem die Bürgeraktion Pro Kultur im Juni 2019 den Jüdischen Kulturraum im PAN eingerichtet hatte, regte Pro Kultur-Mitglied Norbert Kohnen an, die Kindheitserinnerungen Ruth Taubs in einer Vitrine des Jüdischen Kulturraums auszustellen.
Diese Anregung stieß bei Herbert Kleipaß auf großes Verständnis, so dass es jetzt im Rheinmuseum zur Übergabe kommen konnte: „„Im Jüdischen Kulturraum ist der Nachlass besser untergebracht“, so Kleipaß.
Norbert Kohnen betonte: „„Das sind die ersten Originalstücke für den Jüdischen Kulturraum, sie waren aber auch im Rheinmuseum gut aufgehoben, weil sie zur Stadtgeschichte Emmerichs dazugehören“.

Starkes Signal zur richtigen Zeit


Rund 150 Gäste kamen zur feierlichen Eröffnung des Jüdischen Kulturraums in Emmerich.
Rabbiner David Geballe wandte sich vor allem an die Jugend. Nachkommen vor Ort.

Von Marco Virgillito, NRZ, 08.06.2019

Emmerich. Als die Bürgeraktion Pro Kultur erste Gedanken um einen Jüdischen Kulturraum in Emmerich hegte, konnten die engagierten Köpfe noch nicht ahnen, wie treffend der Zeitpunkt der feierlichen Eröffnung am Freitag sein würde. ... Sie hatten lediglich das Gefühl, dass die Aufarbeitung der jüdischen Kultur in Emmerich „nachhaltiger“ gestaltet werden müsse, wie Irene Möllenbeck, Pro Kultur-Vorsitzende, erklärte. Der Antisemitismus in Deutschland ist derweil gewachsen. Ein deutlicher Warnschuss war die Aussage von Dr. Felix Klein, dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung: „Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen.“ So durfte die Eröffnung des Kulturraums im PAN auch als starkes Signal gegen Antisemitismus verstanden werden.

Der Rabbiner David Geballe von der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen griff die Worte Kleins auf: „Wenn der Beauftragte der Bundesregierung das sagt, dann ist das leider ein Armutszeugnis für den Rechtsstaat.“ Der Rabbiner wandte sich an die Jugend, die „wirklichen Ehrengäste“ des Tages.

Was die Jugend bewegen könne, hätten die Friday for Future-Demonstrationen gezeigt. So nahm Geballe die junge Generation in die Pflicht: „Ihr müsst eine Entscheidung treffen: In was für einer Gesellschaft wollt ihr leben? Wenn ihr Antisemitismus seht, sagt was!“

Dies wurde von einem Applaus der 150 Gäste im PAN unterbrochen. Geballe hofft, dass möglichst viele Schulklassen den neuen Kulturraum besuchten. Auch Bürgermeister Peter Hinze sprach die Jugend an: Sie seien sicher nicht schuldig an den Verbrechen der Nazis, aber machten sich schuldig, wenn sie sich nicht mit der Geschichte beschäftigten: Es sei damals um Menschen gegangen, „mit denen wir heute gelacht und getanzt und die wir morgen in die Gaskammer gesteckt haben?! Darüber muss man nachdenken“. Das haben Schüler der Gesamtschule und des Willibrord Gymnasiums schon getan, sie gestalteten das Rahmenprogramm mit Musik, Lyrik, Wortbeiträgen würdig.

Schön war es, dass acht US-Nachkommen der jüdischen Familie Nathan aus Emmerich der Eröffnung beiwohnen konnten. George Nathan würdigte in seiner Rede die Forschungsarbeit des 2016 verstorbenen Herbert Schüürman, dessen Archiv bekanntlich ein Kernstück für den jüdischen Kulturraum darstellt. Und er freute sich: „Emmerich hat jetzt einen Ort, wo die Bürger ihre frühere jüdische Gemeinde verstehen können.“ Möllenbeck war sich „ganz sicher, dass er heute von oben mit einem zufriedenen Lächeln zu uns nach unten schaut“.

Das 45.000-Euro-Projekt mit 15.000 Euro zu fördern, fiel dem Landschaftsverband Rheinland leicht, legte Prof. Dr. Jürgen Rolle, Vorsitzender des LVR-Kulturausschusses dar. In Zeiten in denen es das Wort „Jude“ als Schimpfwort auf Schulhöfen wieder zu hören gebe, sei es wichtig, so ein ehrenamtliches Engagement zu fördern.

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